Endurowandern im Köprülü Nationalpark

Endurowandern im Köprülü Nationalpark

Endurowandern im Köprülü Nationalpark am letzten Tag.

Sechster und letzter Tag.

Der letzte Tag ist dem Endurowandern im Köprülü Nationalpark vorbehalten. Ein traumhaftes Stück Natur im Norden von Antalya. Geprägt von tiefen Schluchten und weiten Kiefernwäldern.

Endurowandern im Köprülü Nationalpark
Die große Schlucht

Köprülü Kanyon ist ein Canyon und Nationalpark im Süden der Türkei. Der Park wurde 1973 eingerichtet und ist 366 km² groß. Er liegt etwa je zur Hälfte in den Landkreisen Serik und Manavgat, rund 90 km nordöstlich von Antalya. Man erreicht ihn, wenn man von der Küstenstraße ca. 5 km östlich von Aspendos nach Norden Richtung Beşkonak abbiegt. Wir aber haben uns zum Endurowandern im Köprülü Nationalpark von Süden, über die antike Stadt Selge, genähert.

In dem Gebiet mit seinem reichen Bestand an, Mittelmeer-Zypressen, Kiefern und Eichen lebt Rotwild, aber auch Braunbären und Wölfe soll es dort geben. Am Mittellauf des Köprüçay befindet sich das größte Rafting-Center der Türkei. Flussfahrten im Kanu, Kajak oder Gummifloß werden angeboten.

Wir fahren mit den Enduros zur Eurymedonbrücke.

Etwas wehmütig ob des letzten Tages, aber gut gestärkt durch ein reichhaltiges, türkisches Frühstück, verlassen wir unsere Unterkunft in Richtung des ersten Höhepunktes des Tages. Die Namensgeberin des Nationalparks, eine römische Steinbogenbrücke, die Eurymedonbrücke, zu türkisch Oluk Köprü, ist unser Ziel.

Endurowandern im Köprülü Nationalpark
Eurymedonbrücke

Die Taufpatin des Nationalparks empfängt uns mit der in Jahrtausenden gewachsenen Gelassenheit einer Grand Dame. Trotz ihres Alters verrichtet sie nach wir vor ihren Dienst und erträgt die Hektik der Touristen und den Straßenverkehr unerschütterlich. Auch wir lassen uns auf dem Weg zum Endurowandern im Köprülü Nationalpark von ihr über die Eurymedonschlucht tragen.

Zuvor stoppen wir jedoch an einer anderen Brücke, ebenfalls römischen Ursprungs. Die Bügrüm Köprü überspannt den Fluss Kocadere. Wir erwischen ein paar Ziegen, die auch die Brücke sehr angenehm und hilfreich finden.

Endurowandern im Köprülü Nationalpark
Die Bügrüm Köprü
Endurowandern im Köprülü Nationalpark
Ziegen auf der Bügrüm Köprü

Auf die Frage: „Mahmut was kommt jetzt?“, ernten wir nur ein breites Grinsen. So ein Geheimniskrämer. Beim nächsten Stopp wissen wir aber warum unser Freund so lange geschwiegen hat. Die Überraschung ist gelungen. Ein mächtiges Canyon liegt zu unseren Füßen. So aufregend wild und schön, dass es uns die Sprache verschlägt. Eine der vielen Schluchten im Park. Unser Guide erklärt, es wäre eine der Kleineren. Fast nicht zu glauben.

Dia Show „Kleines Canyon“.

Die Fahrt führte bislang über leidlich gut asphaltierte Straßen und Sträßchen. Die meisten Touristen lieben keine Schotterpisten. Das ändert sich schlagartig, als Mahmut in einen Seitenweg abbiegt. Grober Schotter und tiefe Spurrillen kennzeichnen die folgende Piste. Eine Herausforderung beim Endurowandern im Köprülü Nationalpark, die volle Konzentration erfordert. Nach einigen Kilometern, mitten im Wald, stoppt unser Tourguide und deutet mit dem Time out Zeichen an die Motorräder abzustellen. Mir schwand Böses. Mahmut hat schon viele Male bewiesen, dass er nicht davor zurückschreckt uns erbarmungslos die Wandertauglichkeit der Endurostiefel testen zu lassen. Meine Befürchtung bewahrheitet sich. Einige Kilometer laufen wir durch dichten Kiefernwald und Mahmut grinst schon wieder.

Dia Show „Großes Canyon“.

Der Wald bricht auf und es verschlägt uns den Atem. Und das nicht, weil die Wanderung so anstrengend war. Vor uns breitet sich eine gewaltige Schlucht aus. Ich assoziiere sofort den Grand Canyon du Verdon.

Tief und gewaltig, lässt die Schlucht uns klein und winzig fühlen. Es dauert eine Weile des Schweigens bis das erste, begeisterte „Wow“ zu hören ist.

Dann packt uns der Ehrgeiz. Wir klettern auf abenteuerliche Felsvorsprünge und Kanzeln, nur um ein paar gute Fotos zu bekommen. Mahmut mahnt zur Vorsicht. Er meint trocken: „Wir sind bislang ohne nennenswerten Unfall Motorrad gefahren, jetzt brecht euch nicht beim Klettern im Berg den Hals“. Trotzdem lässt die Euphorie uns ein wenig leichtsinnig werden, so sehr hat uns der Ausblick gepackt.

Leider, wir sind halt in einer Touristengegend, kommt eine Besuchergruppe, die mit einem Landrover angekarrt wurde, johlend auf unseren Platz. Wir verziehen uns mit Bedauern und sind traurig, dass dieser Winkel der Natur so entweiht wird.

Rafting auf dem Köprücay.

Nach einer Zeit des Zorns erscheint in Mahmuts Gesicht schon wieder das wissende Grinsen. Wir fragen nicht mehr, ahnend, dass uns ein neues Highlight erwartet.

Am Ufer des Köprücay Flusses legen wir eine kurze Rast ein und schauen dem, nicht ungefährlichen Treiben, der Raftingfahrer zu.

Hunderte Touristen mit Booten und Flößen, passieren mit lautem Quieken und Grölen die Stromschnellen des Mittellaufes des Flusses. Sicherlich ein schönes Erlebnis, doch diese Herde wirkt abstoßend.

Endurowandern im Köprülü Nationalpark
Die wilde Herde
Endurowandern im Köprülü Nationalpark
Auf dem Rücken der weißen Mähne

Das Amphitheater von Aspendos.

Wir wenden uns mit Grauen ab und steigen auf unsere Motorräder. Dem Ufer des Flusses folgend, schwingen wir auf guter Straße Richtung Süden, Richtung Antalya. Das breite Mahmutgrinsen ist schon vergessen und wir bereiten uns wehmütig auf das Ende des Endurowandern im Köprülü Nationalpark vor.

Unser Guide blinkt links, wir folgen. Ein hässlicher Parkplatz und wir stehen vor einem der größten und schönsten Amphitheater der römischen Epoche. Dem Amphitheater von Aspendos.

Dia Show „Amphitheater Aspendos“.

Natürlich sind wir hier nicht allein, doch der Touristenstrom hält sich in Grenzen an diesem Tag. So können wir in Ruhe dieses fantastische Bauwerk auf uns wirken lassen. Hier werden auch heute noch, Opern aufgeführt und Konzerte gegeben. Es muss ein schönes Erlebnis sein, von den hohen Rängen den Aufführungen zu folgen (Siehe Wikipedia).

Wir verbringen mehr als zwei Stunden in dem Gemäuer und schwingen uns danach tief beeindruckt auf die Yahmahas.

Antalya hat uns wieder.

Es fällt schwer sich mit dem Menschengewimmel und dem Verkehr wieder anzufreunden. Aber es muss sein und gelingt auch nach ein paar Kilometern im Großstadtverkehr. Die Zivilisation, was das auch immer meint, hat uns wieder.

Schweren Herzens werden die Böcke am Taurus Motorradreisen Stützpunkt abgestellt. Noch ein letztes Foto und die Verabredung zum gemeinsamen Abendessen. Die ersten Gedanken an die Heimat und die Lieben zu Hause, die auf uns warten, kommen auf.

Endurowandern im Köprülü Nationalpark
Wieder zu Hause

Morgen heben unsere Flieger ab. Wir versprechen uns in Verbindung zu bleiben und sind sicher wieder zu kommen.

Endurowandern im Köprülü Nationalpark im Video.

Mahmut, we stay in touch!

 

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Jo jo
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Jo jo

Hallo Günni
wie sollte es anders sein , einfach nur ein toller Fahrbericht mit schönen Bildern der locker und lesenswert rüber gebracht wurde.
Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht !

Gruß
Tina und Jo