Endurowandern nördlich von Antalya, von Beysehir nach Taskent

Endurowandern nördlich von Antalya, von Beysehir nach Taskent

Von Beysehir nach Taskent, Tag 3, Endurowandern nördlich von Antalya.

Der dritte Tag im Video.

Die Wanderung führt uns durch tiefe Schluchten und über die fruchtbare Konya Ebene.

Das Endurowandern nördlich von Antalya führte über die Konya Hochebene, vorbei an hochgelegenen Mooren und durch tiefe Schluchten, von Beysehir nach Taskent, gespickt mit herrlichen Ausblicken. Zudem war die Reise mit tiefen Eindrücken von der Landschaft und der Kultur des Landes verbunden.

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Die schönste Holzsäulen Moschee der Türkei.

Bevor wir die Tagesetappe unter die Gummis nehmen, macht das Team eine kleine Wanderung durch die Stadt zu einigen Sehenswürdigkeiten. Vor allen Dingen steht die schönste Holzsäulen Moschee der Türkei auf dem Besichtigungsprogramm. Die Moschee wurde 1297 von Seyideddin Suleyman Bey erbaut und ist wirklich sehenswert.

Der See als Speicher für die Bewässerung der Ebene von Konya.

Um die Konya Ebene zu bewässern ist nahe der Moschee ein großer Wasserregler erbaut. Dafür wurde der Abfluss des Sees  kanalisiert und das ablaufende Wasser wird der Bewässerung der Ebene zugeführt. Schon zur Osmanenzeit wurden die Flüsse und Gewässer der Berge um Konya angestaut und zur Bewässerung genutzt.

Darf es eine Gucci sein? Wir kaufen Designer Brillen.

Geschlossen setzt die Mannschaft ihr Endurowandern auf Schusters Rappen fort um in Beysehir ein paar Sonnenbrillen zu kaufen, weil Hanne mir aufgetragen hatte, zwei oder drei Plagiate zu erstehen. Eine alte Tradition aus der Segelzeit. Wenn wir damals in die Türkei kamen wurden Sonnenbrillen als Mitbringsel für gute Bekannte erstanden. Selbstverständlich ohne Echtheitsgarantie.

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Darf es eine Gucci Brille sein? Wir erinnern uns an die Segelzeit.

Nachdem unser kulturelles Pflichtprogramm absolviert ist macht sich nach dem doch etwas länger gewordenem Spaziergang ein wenig Erschöpfung breit, denn das Gehen ist halt anstrengender als Endurowandern auf dem Moped. Aber es kommt noch ein kulinarisches Highlight. Türkischer Kuchen. Die Auswahl ist riesengroß und wird deshalb direkt im Straßencafé, stehend probiert. 

Das Auge isst mit, deshalb lässt  allein der Anblick der Köstlichkeiten  das Wasser im Mund zusammen laufen. Wer kann solchen Genüssen widerstehen? Wir jedenfalls nicht!

Tiefe Wunden in der Landschaft.

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Dieses Tal wird es bald nicht mehr geben.

Die drei Endurofahrer passieren eine riesige Baustelle. Es sieht wild aus, weil hier ein monströser Staudamm entsteht, der das gesamte Tal abriegelt. Wenn das Tal geflutet wird, ist die gesamte Region dem Untergang geweiht.  Der folgende, wunderschöne Talabschnitt wird in den Fluten untergehen. Dörfer und Straßen, Weiden und Äcker, alles was den Menschen wichtig ist, mit all seiner Schönheit, wird bald in den Fluten des angestauten Wassers versinken. Der Gedanke daran macht mich traurig, denn der Mensch zerstört bedingungslos, solange es seinem Vorteil dient. In diesem Tal werden wir nie wieder endurowandern nördlich von Antalya.

Regelung oder doch besser Empfehlung?

Vor uns taucht eine Autobahnbaustelle auf, weshalb die Straße voll gesperrt ist. Dieser Umstand ist auch eindeutig ausgeschildert und markiert. Fragend sehe ich Mahmut an, weil  die Baustelle nicht neu ist , wieso fahren wir diese Route? Mahmut grinst und fährt einfach weiter. Rüdiger und ich folgen notgedrungen. Aber wir sind nicht allein. Der gesamte Straßenverkehr läuft über den Streckenabschnitt weiter, der zum Endurowandern taugt, aber nicht als Durchgangsstraße. Im Grunde genommen wird meine Überzeugung, dass in der Türkei Verkehrsregeln als Empfehlung gelten und nicht als Pflicht, wieder bestätigt.

Streichhölzer für ein Feuer unter dem Teekessel.

Beim Endurowandern nördlich von Antalya passieren die abenteuerlichsten Dinge. Unsere Gruppe wird von einem Mann am Straßenrand angehalten, deshalb befürchte ich einen Unfall oder sonst etwas Schlimmes. Warum sollte jemand den Straßenverkehr ohne Notlage anhalten? Mahmut führt eine längere Unterhaltung mit dem Anhalter. Meine Befürchtung legt sich etwas. Kurzum, wer so lange plauscht kann keine Not leiden. Des Rätsels Lösung offenbart sich bald.

Unser türkischer Freund wollte seiner lieben Frau ein Picknick am Straßenrand servieren. Aber mit allem was dazu gehört. Selbstverständlich auch ein türkischer Tee. Zur Zubereitung von Tee benötigt man heißes Wasser. Aber um Wasser zu erhitzen braucht man ein Feuer. Will man ein Feuer entzünden braucht man Holz und, ihr werdet es erahnen, man braucht ein Feuerzeug oder Zündhölzer. Und genau daran gebrach es dem liebenden Ehemann.

Er war bei Mahmut genau richtig, weil Mahmut hat alles, sogar Streichhölzer. Das Picknick ist gerettet, dementsprechend sind Mann und Frau glücklich.

Alkoholfreies Hotel!

Unser Endurowandern nördlich von Antalya erreicht das Ziel, das Gemeindehotel in Taskent. Wunderschön gelegen und mit einem atemberaubenden Blick auf das Tal und den Ort. Der klebt wie ein Schwalbennest am Berg und glüht in der Abendsonne. Kurzum, es wäre alles so schön, wenn nur die Sache mit dem Stiefelbier nicht wäre. Das Hotel ist alkoholfrei. Aber weshalb sollte das jemanden verwundern in einem islamischen Land?

Mahmut war schon mal hier und weiß Bescheid. Der schlaue Fuchs hat an der letzten Tankstelle ausreichend Bier für uns gebunkert. Somit ist das Stiefelbier  gerettet. Deshalb wird es noch ein vergnüglicher Abend.

Wir lassen den Tag und die Endurowanderung nördlich von Antalya nochmals an uns vorüber ziehen und ein Grinsen steht in unseren Gesichtern, weil es genial war. Deshalb Mahmut, wir tun es wieder mit dir.

Und weil es so genial war, geht es morgen weiter.

Über einen Kommentar, auch konstruktive Kritik, freue ich mich.

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